Frauenkampftag in Paris

Auftaktkundkebung am Platz der Republik

 

In Deutschland gibt es immer noch einen gewaltigen Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen. Das ist überall in der Welt so. In Südamerika grassiert die sexuelle Gewalt. In Brasilien beispielsweise wird ca. alle 90 Minuten eine Frau ermordet. Durch die Präsidentschaft Donald Trump hat die sexuelle Gewalt auch in den USA zugenommen. Deshalb sind in der ganzen Welt Millionen von Menschen im Namen des Feminismus auf die Straße gegangen. Hier ein Bericht zu der Demo aus Paris.

Um 15:40 Uhr versammelten sich die Aktivisten am Platz der Republik. Dort, wo vor ungefähr eine große Demokratiebewegung entstand und sich über Monate festigte: Nuit Debout. Auch bei Nuit Debout gab es feministische Kommissionen. 

Ballonwägen

Der Platz war von Beginn an schon ziemlich voll. Und das, obwohl es stark regnete. Es waren vor allem Frauen anwesend. Jung und alt. Die Gewerkschaften waren auch da. Mit ihren typischen Ballonwägen. Zu der Demo hatten Gewerkschaften und feministische Organisationen aufgerufen. Einige Frauen hatten den Tag sogar gestreikt. Zuerst wurden Reden gehalten. Wenn man sich auf dem Platz umsah, konnte man die verschiedensten selbstgemachten Plakate sehen. Von “Every woman is a riot” zu “Riot not Diet”. In der Türkei ist die Frauenbewegung aktuell sehr stark. Das zeigen auch die eindrucksvollen Aufnahmen. In einem Monat steht ein Referendum über das Präsidialsystem an, welches R. T. Erdogan einführen möchte. Aus diesem Grund waren viele Türkinnen – vermutlich mit kurdischen Wurzeln – anwesend. Sie hielten Schilder mit der Aufschrift “Nein” hoch. Dies in zig verschiedenen Sprachen. Das war eine klare Absage an Erdogans Verfassungsreform. 

Hayir und PKK-FahneDer kurdische Block war besonders kämpferisch. Später auf der Demo wurde lautstark “Jin – Jiyan – Azadi!” gerufen. Das heißt übersetzt “Frauen – Leben – Freiheit!” In diesem Block war auch eine Frau mit einer Flagge der als Terrororganisation eingestuften Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). In Frankreich ist das keine Seltenheit. Ein Banner der Union Sozialistischer Frauen mit dem Kopf Ivana Hoffmanns, der ersten Internationalistin, die 2015 im Kampf gegen Daesh starb, hatte die Aufschrift “Die Frauen werden dem Krieg ein Ende setzen”. Der Protest war allgemein internationalistisch. So gab es auch einen spanischsprachigen Block. Sie sangen, trommelten und verbreiteten ihre gute Stimmung.

Solidarität mit PalästinaEiner der letzten kleineren Blocks war ein palästinasolidarischer. Die Teilnehmer aus diesem Block hatten einen besonderen Regenschirm, den man im Foto sieht, dabei. Die Stimmung war gut und es wurde unter anderem ein Ende der illegalen Besatzungspolitik gefordert. Außerdem verurteilten die Aktivisten den Kolonialismus. Die Anführerin der Gruppe, bekannt durch verschiedene Aktivitäten und wichtige Stimme der französischen BDS-Kampagne, trug am Rücken ein T-Shirt mit der Aufschrift “Boycott Israel”, welches schon bei Nuit Debout verkauft wurde.

Abschlusskundgebung

Auf der Abschlusskundgebung sprachen dann noch verschiedene Rednerinnen von Frauenrechtsorganisationen. Während der Demo gab es aus den verschieden Blocks Parolen, die den Front National als sexistisch und rassistisch enttarnten. Das wurde in einigen Reden auch nochmal verstärkt.

Auf der Auftaktkundgebung kam es zu einem sexistischen Zwischenfall: Eine ältere Frau beschimpfte einen jungen Fotografen, der von einer Situation ein Foto machen wollte. Sie meinte, er dürfe das nicht, denn er sei keine Frau. 

Alle Fotos in der Galerie:

 

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