Jugendwiderstand marschiert am 1. Mai durch Neukölln

Die maoistische Gruppe hatte zum roten 1. Mai nach Neukölln auf den Karl-Marx-Platz eingeladen. Ungefähr 150 Menschen folgten diesem Aufruf. Bei den Teilnehmenden wurden Taschenkontrollen durchgeführt. Bei einem Teilnehmer wurde sogar ein Flugblatt durchgelesen. Zu Beginn hielt ein junger Mann, der später wiederholt zu JournalistInnen lief und diese heftigst bedrohte, eine Rede. Diese Rede war sehr aggressiv und engagiert. Später sprach ein anderer Redner, der mit den Worten „Fickt Israel und die USA!“ begann. Es gab einen tobenden Applaus. Allgemein gab es den stärksten Beifall dann, wenn die Grenze zwischen Antizionismus und Antisemitismus mehr als schwammig war. Ein kurzer Rap, der vor allem bekannte linke Demosprüche aufgriff, wurde aufgeführt. Verschiedene andere Redner sprachen zu verschiedenen Themen. Junge Palästinenser führten einen Tanz vor, während andere dazu sangen und Musik spielten.

Irgendwann ging es los. Der Jugendwiderstand rief lautstark: „Die Straße frei der roten Jugend!“ Die Demo wurde vom bayerischen USK begleitet. Nach kurzer Zeit begann ein junger Mann konfrontativ auf JournalistInnen zuzugehen. Er bedrohte sie und forderte sie entweder auf, das Fotografieren einzustellen oder die Gesichter zu verpixeln. Sonst würde etwas passieren, denn sie hätten Fotos von den FotografInnen. Die Gruppe ist bekannt dafür, besonders martialisch und aggressiv aufzutreten. Sie verprügelte schon häufiger andersdenkende linke Gruppierungen.

Die Demosprüche waren ähnlich martialisch. So wurden alle möglichen Parteien von der NPD über die AfD bis hin zur Linkspartei als „Volksfeinde“ bezeichnet. „Was lehrt uns das (verdammt nochmal)? Nur der Griff der Masse zum Gewehr schafft den Sozialismus her“, wurde fortgeführt. Andere Parolen waren: „USA – internationale Völkermordzentrale“, „Viva, viva Palestina!“ und andere Sprüche, die denen der IB ähnelten. Einige Jugendliche und Kinder aus dem Viertel riefen „Kindermörder Israel“, sangen und riefen auf Arabisch. Mindestens ein Junge rief wiederholt „Erdogan, Erdogan!“ Passt eigentlich nicht ganz zur Ideologie des JW, denn die JW setzt sich auch irgendwie für Kurdistan ein.

Im Viertel gab es viel Zuspruch mit der Demo. Vor allem die antizionistische Haltung der Gruppe findet Zuspruch. An einem palästinensischen Lokal war die Zustimmung besonders groß. Ziemlich am Anfang der Demoroute zeigte ein Anwohner aus dem Fenster eine große rote Fahne. Die Menge jubelte lautstark. Der Jugendwiderstand scheint also, in Neukölln ein wichtiger Bestandteil zu sein. Sie erreichen die Kinder und Jugendlichen von der Straße. Als die Demo am Herrmannplatz endete, gingen die Teilnehmenden zur ersten Revolutionären-1.-Mai-Demo um 16 Uhr.

Weitere Bilder:

Wenn Sie mehr Artikel wie diesen lesen wollen, klicken Sie bitte auf den „Spenden„-Button.

1719 Total Views 7 Views Today

Flattr this!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.