Juli-Pegida im München

Zur Juli-Pegida war neben dem Dauerredner Karl Richter auch ein AfD-Direktkandidat angekündigt worden. Der AfDler kam nicht, dafür aber Die PARTEI zum Gegenprotest.

Die Aktivist*innen der Partei Die PARTEI waren schon sehr früh gekommen. Sie hatten ihre Uniform, Schilder und einen “Verfassungsschutzhund” dabei. Der “Verfassungsschutzhund” hatte eine GoPro auf dem Rücken und filmte die Demo.

Der erste Redner von Pegida war der Rhetorikprofi Tobi. Er zählte von seinem Urlaub und zeigte Urlaubsbilder. Besonders stolz war er, die Glocken einer Kirche geleutet zu haben.

Anschließend sprach der Stuttgarter Piusbruder, der bereits im Oktober bei Pegida aufgetreten war. Seine Rede war reine Hetze. So hetzte er gegen Homosexuelle, gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frau, gegen Muslime, etc. Er erwähnte kurz den Holocaust, der in seinen Augen nur die Kreuzigung Jesus sei. Jede andere Verwendung sei Gotteslästerung. Außerdem sprach er Menschen mit geringem Bildungsabschluss weniger Rechte zu. Die Stimme eines einfachen Arbeiters solle nicht so viel wert sein, wie die eines Universitätsprofessors, sagte er im Stil einer rhetorischen Frage.

Daraufhin marschierten Pegida-Teilnehmer. Wie alle paar Monate las ein Teilnehmer ziemlich simple Phrasen vor. Die Sprüche waren z.B.: “Merkel oder Schulz: Pest oder Cholera”. Als es anfing zu regnen, setzte ein älterer Teilnehmer einen Helm auf. Die Polizei reagierte ca. eine halbe Stunde später. Sie filmte den Mann und nahm die Personalien auf. Bei einem Helm handelt es sich um Schutzbewaffnung und ist daher auf einer Demonstration illegal.

Karl Richter lächelt in die Kamera

 

Auf der Abschlusskundgebung sprach der neonazistische Stadtrat Karl Richter. Eine Kameradin hielt ihm während der Rede den Regenschirm, damit er sprechen konnte. Inhalt waren z.B. die Krawalle von Hamburg, an denen er dem Münchner Stadtrat, welchem er selbst anghört, eine Mitschuld gibt.

Nach der Rede Karl Richters nahm der einen schwarzen Anzug tragende Heinz Meyer nochmal das Mikro und sagte u.a.: “München muss wieder die Hauptstadt der Bewegung werden!” Außerdem wünschte er sich, “Münchner Verhältnisse” für ganz Deutschland. Das heißt, dass alle rechtsextremen Gruppierungen gemeinsam unter dem Banner der Pegida auf die Straße gehen. Das heißt aber auch, dass sich dann ca. 35 Rechtsextremist*innen auf den Versammlungen einfinden.

Zum Schluss wurde das Deutschlandlied mit allen drei Strophen abgespielt. Karl-Heinz Statzberger sang kräftig mit. Nach der Hymne beendete der Versammlungsleiter Stefan Sch. die Demo und bedankte sich bei der “tollen Truppe”.

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