Was wirklich in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Schanzenviertel passierte

Brandenburger SEK mit G36

Wir veröffentlichen hier den Erfahrungsbericht eines Hamburger Rentners, der die Nacht der Krawalle im Schanzenviertel miterlebte. Er erhebt große Vorwürfe gegen die SPD, die Medien und die Polizei.

Ich berichte Ihnen von meinen Eindrücken, die ich in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Schanzenviertel erleben durfte. Das, was in den bürgerlichen Medien steht und die Polizei berichtet, hat so nicht stattgefunden. Ich war von Anfang an da und kann berichten, dass die Eskalation ganz klar von der Polizei ausging. Die Menschen im Schanzenviertel haben friedlich gefeiert. Dann kamen die Polizist*innen voll behelmt und mit Wasserwerfern ins Schanzenviertel. Es ist klar, dass das die Leute provoziert. Wieso wurden die Straßen gesperrt und die Menschen gekesselt?

Ich habe die 68er-Bewegung erlebt – und es war deutlich aggressiver und brutaler als damals. Die jungen Leute haben sich eigentlich nur gegen Polizeieskalation gewehrt und das haben sie eigentlich ziemlich fair gemacht. Molotov-Cocktails sind keine geflogen, Steine nur vereinzelt. Von den Dächern, wie es in einigen Zeitungen steht, wurde nichts geworfen. Klar, das Werfen von Flaschen kann ich nicht gutheißen. Ich muss deutlich sagen: Die Eskalation ging von der Polizei aus. Von den Menschen im Viertel wurden keine Waffen wie Messer oder Schusswaffen verwendet, was teilweise in Südamerika geschieht.

Was die SPD macht, entsetzt mich als SPD-Genosse besonders. Es werden alle mitschuldig gemacht – auch die, die sich die Situation nur angeschaut haben oder sonst wie unbeteiligt waren.

Teilweise erschienen mir einige Situationen wie ein Katz-und-Maus-Rennen. Die Polizei versuchte mehrere Demonstrant*innen mit dem Wasserwerfer zu treffen. Diese schafften es aber immer auszuweichen. Das ging mehrere Minuten lang so. Ich hatte den Eindruck, als würden sich die Polizist*innen und die Demonstrant*innen abwechseln wollen und das Spiel umkehren wollen.

Die Taktik der Hamburger Polizei war von Anfang an falsch. Sie konnte nur in Gegengewalt münden. Wenn ich der Polizeipräsident gewesen wäre, hätte ich den jungen Leuten einfach 20 Kästen Bier hingestellt und die Menschen hätten weitergefeiert. Es gab kein Konzept der Deeskalation. Wieso trugen die Polizist*innen von Beginn an Helme, obwohl alles friedlich war?

Diese Informationen müssen an die Öffentlichkeit gelangen. Was in den Medien und von der Polizei berichtet wird, entspricht einfach nicht der Wahrheit.

Dieses Video aufgenommen in der Nacht vom 8. auf den 9. Juli zeigt einige Szenen von brutaler Polizeigewalt. Der Wasserwerfer beispielsweise wird direkt auf den Kopf der Menschen gerichtet, die am Räumpanzer stehen. Das kann schwere Verletzungen nach sich tragen. Anschließend wird ein Junge von der Polizei verprügelt. Er schafft es zu entkommen. Die anderen Polizist*innen rufen erst ein paar Minuten später den Notarzt, obwohl anwesende Menschen und Pressevertreter*innen länger nach Sanitätern oder einem Notarzt gerufen haben. Als der Notarzt aus dem Krankenwagen ausstieg sagte er, das Pfefferspray sei “ja unerträglich. Wie viel haben die denn versprüht?” Der Junge wurde anschließend ins Krankenhaus gebracht, wo er mit acht Stichen genäht wurde und ihm eine verstauchte Hand attestiert wurde. Außerdem ist im Video zu sehen, dass die Polizist*innen die Menschen ins Tränengas drängen. Sie ziehen sich zurück, als sie selbst merken, dass es sie trifft.

Hier noch eine Bildergalerie, die verdeutlicht, was an dem Abend loswar.

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